Tauchen - Ostsee Eckernförde- Juni 2003

Tauchfortbildung in Eckernförde vom 19.6.-26.6.03

Am Donnerstag den 19.6.03 startete die Tauchgruppe der DLRG Baunatal zu einer Fortbildungsreise an die Ostsee nach Eckernförde. An Bord des DLRG Einsatzfahrzeuges saßen: Beate Siebert, Ira Scherg, Michael Siebert, Torsten Wodrich, Klaus Keßler, Peter Siebert-Fröhlich

Die Fortbildung bestand darin, die Gegebenheiten an der Küste, die sich doch erheblich von den Süßwassertauchgängen in unseren heimischen Gewässern, z.B. dem Edersee oder dem BuGa See, unterscheiden kennen zu lernen. Die Teilnehmer lernten u.a. die unterschiedliche Dichte von Salz- und Süßwasser kennen durch welche sich auch unterschiedliche Auftriebskräfte ergeben. Dies ist für die Auftriebsberechnung und den Bleibedarf entscheidend und außerdem schmeckt es fürchterlich.

Am Tag 1 der Exkursionen wurde das Revier der wehrtechnischen Dienststelle Nr. 71 der Bundesmarine (Torpedoversuchsanlage) erforscht. Zu betauchen gibt es dort eine im 2. Weltkrieg gesprengte Anlage, deren Trümmer und Höhlen die mittlerweile recht gut bewachsen sind und von vielen Fischen und Krebsen bewohnt werden.
Bei der WTD 71 kann man besonders gut die Orientierung unter Wasser üben. Man darf z.B. auf keinen Fall in die von der Marine gesperrten Bereiche Tauchen da die mit OWD bis zu € 50.000,00 geahndet wird, da damit die gesamte Bundesmarine inkl. Zoll und Küstenwache alarmiert wird. Unter anderem führten hier Klaus, Peter, Ira und Torsten Ihren ersten
Ostseetauchgang durch !!! Da an diesem Tauchplatz die Sicht- und Wetterverhältnisse sehr gut waren wurde am 2. Tag nochmals dort getaucht und sich das Gebiet südlich der WTD angeschaut. Dort traf man erstmals auch auf die Feuerquallen, die dann alle die restlichen Tage begleiten sollten.

Da am Sonntag in Eckernförde die Aalregatta auf vollen Touren lief, fuhren alle etwas östlich von Eckernförde nach Surendorf. In Surendorf ist die Gegenstation der WTD 71. Dort werden die Versuchstorpedos der Eckernförder Station wieder eingefangen und ausgewertet. An diesem Tauchplatz konnten die Taucher samt der Ausrüstung, dank des Wachleiters der dortigen DLRG Wachstation, einem längerem Fußmarsch entgehen und bis zum Strand vorfahren. Durch das dichte Netz der DLRG-Wachstationen an den deutschen Küsten ist es für die DLRG Taucher wesentlich einfacher ans Wasser zu kommen als für normale Sporttaucher. Auf Grund der vielen Stahlbetonteile ist es gerade in Surendorf fast unmöglich mit dem Kompass zu Navigieren. Hier hilft nur die natürliche Navigation mittels Sonnenstand und Unterwasserlandschaften welche hier ausgiebig und mehr oder weniger erfolgreich geübt wurde.

Montag schauten sich alle die Kieler Woche an, fanden auch das eine oder andere „neue Wachboot“ für die DLRG. Die Marine weigerte sich allerdings auf das neue Forschungs U-Boot einen roten Streifen anbringen zu lassen und auch den DLRG Schriftzug wollten sie nicht haben. Ansonsten schaute man sich das Deutsche Schifffahrtsmuseum und das meereskundliche Zentrum in Kiel an.

Am Dienstag fuhr die Truppe nach Fehmarn ins Meereszentrum Dort hat man sich über die Flora und Fauna in der Ostsee und auch anderer (tropischer) Gewässer informiert, denn man weiß ja nie auf welchen Fisch man im Wasser trifft und welcher einen beißt oder sticht.
Nach dem Besuch obigen Zentrums ging die Fahrt weiter über Fehmarn nach Katharinenhof, einem Campingplatz mit Tauchbasis und der Möglichkeit bis zum Strand zu fahren und von dort aus einen schönen ruhigen Tauchgang durchzuführen, es war zwar etwas Strömung aber so konnten die Teilnehmer gleich mal das Strömungstauchen und die damit verbundenen Probleme antesten. Peter und Ira waren mit Ihrem Navigator und Gruppenführer Torsten
mehr als zufrieden und lobten ihn über viele Tage oft und reichlich.

Am Mittwoch erkundete die Tauchgruppe den Eckernförder Hafen und dort insbesondere die östliche Außenmole. Die dort vorherrschenden Verhältnisse wie Strömung und der Wechsel von Hell und Dunkel sind auch bei unseren heimischen Gewässern nicht anzutreffen.

Bei allen Tauchgängen die durchgeführt wurden war besonderes Augenmerk auf Tarierung im Flachwasser und Orientierung unter Wasser zu legen. Die Tauchgebiete sind alle sehr flach (max.10m) und es ist immer Schiffsverkehr anzutreffen.

Auf der Rückreise unternahm die Tauchgruppe einen Abstecher zu einem Süßwassersee – dem Kreidebergwerksee Hemmoor bei Bremerhaven. Dieser See ist bekannt für seine gute Sichtweite, Größere tiefen bis ca. 55m und der ungewöhnlichen Unterwasserwelt eines gefluteten Kreidebergwerkes mit all seinen Maschinen. Bei Temperaturen an der Wasseroberfläche von 10° bis 4° ab 9m, gab es neben Autowracks und Häuserresten auch eine interessante Fauna zu bewundern. Um nicht die feine Kreide beim Tauchen aufzuwirbeln war es hier mittels einer guten Austarierung nötig die Grundberührung an den Hängen zu vermeiden. Ansonsten wäre die Sicht für einige Zeit sehr trübe. Getaucht wurde bis zu einer Tiefe von 20m.

Der gesamte Juni war ja in Deutschland sehr warm, nur in der Woche vom 19.-26.6. hatten wir Temperaturen um 10° und Regen. Der Wettergott war dieser Reise also nicht wohlgesonnen, was aber keinen die Laune oder den Spaß verdorben hat. Ebenso wenig wie die Unterwassertemperaturen je nach Strömung von 7°-16°. Untergebracht waren die Baunataler in einer sehr gut ausgestatteten Ferienwohnung einer Privatvermieterin. Zum Ausgleich für die fehlenden Trainingszeiten im heimischen Bad wurde der Ort Eckerförde sehr intensiv mittels Spaziergängen erwandert. Bei gemütlichen Kaminfeuer am Abend wurden die einzelnen Tauchgänge nach und vorbereitet. Auch das Strandleben kam trotz der bescheidenen Wetterbedingungen nicht zu kurz. Der Umgang mit Frisbescheiben und Volleybällen wurde ausgeprägt vertieft.

Michael Siebert & Peter Siebert-Fröhlich